Maibaumstellen 2012

'Der Mai ist gekommen...'' und auch in diesem Jahr stellten die Mitglieder der Feuerwehr des Hardt- und Schönbühlhofes -

 

... wieder einmal mehr ihren Gemeinschaftssinn und Stärke bei der Aufstellung des Maibaumes unter Beweis. Die Muskelkraft ist dabei ganz besonders gefragt, denn auf dem Hof wird schließlich Wert darauf gelegt, dass man den größten Baum im Landkreis hat! Zahlreiche Gäste aus nah und fern waren gekommen, um die traditionelle Veranstaltung mitzuerleben.

Gekonnt wurde der Baum „huckepack“ in die Ortsmitte getragen. Dafür gab’s großen Applaus, denn die angestrengt verzerrten Gesichter verwiesen darauf, dass der Baum doch ziemlich schwer war. Aber kein Wunder bei weit über 20 Metern Baumlänge …Nachdem der Baum mit dem vorgefertigten Schmuck versehen wurde, kündigte sich mit lautem Glockengeläut der Dorfbüttel Christian Troll an. „Dies ist der 23. Baum seit der Gründung des Hardt- / Schönbühlhofes vor genau 252 Jahren. Der Maibaum ist ein Symbol für Frieden und Freiheit für alle Menschen in der Welt und für den Einzug des Frühlings. Er bring die Lebensfreude zum Ausdruck, die viele Menschen mit dem Beginn der wärmeren Jahreszeit erfasst“, so der Büttel. „Unser Gruß gilt auch heute wieder unseren Freunden, der Partnerfeuerwehr Rudersdorf in Österreich, die wie wir heute auch einen Maibaum errichten.“ Ein Dankeschön ging dann an die Frauen, Freundinnen und Mütter der Feuerwehrmitglieder und die freiwilligen Helferinnen für das Binden des Kranzes und der Girlande. Zudem dankte er den Unterriexinger Kameraden für die Mithilfe bei den Absperrmaßnahmen, den Hemminger Kameraden für das Bereitstellen der Drehleiter zum Verschönern des Baumes sowie der Schwieberdinger Ortsgruppe des DRK für den Sanitätsdienst. „Außerdem darf ich Ihnen heute das Ergebnis der letzten Maibaumwette zwischen der Schwieberdinger und Markgröninger Feuerwehr bekannt geben. In Anlehnung an die letztjährige 20-jährige Partnerschaft mit der Feuerwehr Rudersdorf-Ort im Burgenland wurde eine Fahrt ins Burgenland nachgestellt. Nachdem mehrere Hindernisse und Schikanen überwunden wurde, konnte sich die Markgröninger Feuerwehr als Sieger feiern.“

Anwalt Helmut Beck verwies in seinem Grußwort auf die anstehende Schließung des Hofkindergartens. „Die Hauptgründe, zu hohe Kosten und zu wenig Kinder. Auf jeden Fall müssen wir eine Lösung finden, mit der die Familien mit Kindergartenkindern zufrieden sein können.“ Anschließend verwies er auf den 60. Geburtstag unseres Bundeslandes. „Man hat eine Grenze beseitigt und aus dem Gegeneinander ist ein Miteinander geworden. Ich habe mich gefragt, ob wir Markgröninger und Schwieberdinger davon lernen könnten. Wir stehen ja gerade an den Markungsgrenze unserer Muttergemeinden. Die Grenze kommt weg und jeder könnten davon profitieren. Markgröningen hat weiterhin den Schäferlauf und ihre schöne Altstadt, die Firma Bosch und der schön gestaltete Schloßhof sind weiterhin in Schwieberdingen. Markgröningen ist schon immer eine Schulstadt gewesen, Schwieberdingen hat wahrscheinlich bald wieder ein Hallenbad, jeder hat sein Fußballstadionle, der Abmangel bei solchen Einrichtungen ist so groß, dass sie von einer größeren Kommune besser getragen werden könnte, und einige Einrichtungen bräuchte man nicht zweimal unterhalten. Ob mir oin Bürgermeister einspara könntet, des wois i net, aber der Anwalt wäre auf jeden Fall überflüssig …“. Abschließend dankte der Anwalt den Kameraden der Feuerwehr für die Ausrichtung des Festes, der Dorfplatzgruppe für die Pflege und das Bepflanzen des Platzes das ganze Jahr über sowie den Feuerwehrfrauen für den schönen Baumkranz und die Girlande.


Als Vertreter der Muttergemeinden begrüßte Bürgermeister Gerd Spiegel auch namens seines Markgröninger Kollegen Rudolf Kürner die Gäste und betonte, dass das letzte Wort in Sachen Kindergarten noch nicht gesprochen sei und man eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung finden wolle.

„Maibaum hoch!“ hieß es dann und gemäß der Tradition, die ja bekanntlich bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht, erfolgt auch auf dem Hardt-/Schönbühlhof das Aufstellen mit jeweils zwei Stangen, den sogenannten „Schwalben“, mit denen der Stamm Stück für Stück in die Vertikale gebracht wird.

Als der Baum zur Hälfte aufgestellt war, gab es eine Pause, in der Feuerwehr-kommandant Bernd Merk darauf verwies, dass der langjährige Richtmeister Dieter Noe nun das Kommando an seinen Nachfolger Christian Merkle übergeben werde. „Ich bedanke mich heute im Namen meiner Kameraden bei unserem langjährigen Richtmeister Dieter Noe. Seit Beginn des Maibaumaufstellens bist Du stets Kommandogeber, jetzt haben wir für Dich extra mit einem neuen Baum nochmals eine neue Herausforderung gesucht, bevor Du das Amt in jüngere Hände weitergibst. Wir hoffen, dass wir mit dem ausgebildeten Zimmermannsmeister Christian Merkle einen Kandidaten gefunden haben, der uns ebenfalls über viele Jahre als Richtmeister unterstützt. Ich darf Dir zur Erinnerung an die Maibaumaufstellungen dieses kleine Foto für 22 und ein halbes Mal souveräne Richtmeistertätigkeit übergeben und – damit es nicht so ganz trocken wird – noch ein Weinpräsent“, so der Kommandant.

Dann gab Christian Merkle erstmals das Kommando und der Baum wurde souverän in das tiefe Loch gestellt. Akkurat steht nun wieder der Maibaum inmitten des Hofes

Und so ging man dann zum gemütlichen Teil des Abends über: Egal, ob vor dem Kindergarten oder im voll besetzten Festzelt oder vor dem Gerätehaus ... überall herrschte tolle Stimmung und man lachte, hielt ein “Schwätzchen“ oder aß und trank genüsslich.

Kurz nach Einbruch der Dunkelheit wurden dann vor dem Festzelt wieder die Vorbereitungen zur diesjährigen Wette getroffen. "Nachdem Sie sich heute Abend am Dorfplatz überzeugen konnten, wie die Feuerwehr Hardt- und Schönbühlhof einen neuen Maibaum aufgestellt hat ist nun unser alter Maibaum überflüssig und kann zu Brennholz verarbeitet werden kann" so Kommandant Bernd Merk. Es haben sich jeweils 6 Kameraden der Feuerwehren Hemmingen und Unterriexingen bereiterklärt heute als Wettpartner gegeneinander anzutreten. Wie in jedem Jahr  geht es auch heute wieder um 1 Kiste Hohenhaslacher Trollinger Lemberger für das siegreiche Team und eine Kiste Sprudel für die Zweitplazierten.

Ziel ist es, pro Feuerwehr jeweils 3 Holzscheiben abzusägen die insgesamt 10 Kilogramm wiegen. Nach jeder Runde werden die Scheiben gewogen, die Mannschaften wechseln die Sägen und die nächsten beiden Kameradenpaare sägen  um die Wette. "Die jeweils zeitschnellsten Rundengewinner erhalten dann einen Bonus von 100 Gramm pro Runde, der am Ende nach Wunsch vom Gewicht abgezogen oder hinzugezählt wird. Gewinner ist die Mannschaft, die insgesamt am nächsten das Zielgewicht von 10 kg erreicht. Ist die Differenz bei beiden Mannschaften gleich so gewinnt die Mannschaft, die das niedrigere Gesamtgewicht hat. Unser Ehrenkommandant Martin Beck gibt jeweils den Startschuss ab".

Los ging es mit der ersten Paarung. Es wurde gerätselt wie schwer der Baumstamm wohl ist und beide Mannschaften sägten unter lautstarker Anfeuerung der Zuschauer  jeweils 1 Scheibe herunter. "Die schnellere Mannschaft war eindeutig Unterriexingen" konnte unser Schiedsrichter Bürgermeister Gerd Spiegel nach der ersten Runde feststellen. Allerdings konnte man sofort sehen, dass die Hemminger eine größere Scheibe abgesägt hatten und  gingen mit 8,84 zu 3,60 Kilogramm in Führung. Bei der zweiten Scheibe setzten die Hemminger die Säge wohl etwas falsch an und sie konnten keine ganz Holzscheibe absägen, deshalb wurden die Unterriexinger Kameraden nach Rücksprache mit unserem Schiedsrichter wieder als Zeitschnellste geführt. Beim 2. Durchgang wog das Hemminger Holzstück 0,36 Kilogramm, das der Unterriexinger 5,54 Kilogramm. Nach erneutem Tausch der Sägen kam es zum finalen Sägen. Diesmal mussten die Mannschaften jeweils 2 schmale Scheiben absägen. Beide Teams lieferten nahezu vollständige Scheiben ab, die Hemminger Kameraden waren diesmal bei zwischenzeitlich aufgezogenem Gewitterregen die Zeitschnellsten. Mit 0,49 Kilogramm zu 0,27 Kilogramm der Unterriexinger Kameraden war die letzte Holzscheibe der Hemminger wieder etwas schwerer. In der Summe kamen die Hemminger Feuerwehrkameraden damit auf 9,69 Kilogramm, die Unterriexinger Kameraden auf 9,41 Kilogramm. Durch Ihren 2-fachen Rundengewinn konnte die Unterriexinger Feuerwehr den Abstand noch verringern, aber es reichte den Feuerwehrkameraden aus Hemmingen zum knappen, aber verdienten Sieg. Besonders erwähnenswert ist hier noch die Tatsache, dass die Kameraden aus Hemmingen ihren Wettgewinn mit der unterlegenen Mannschaft aus Unterriexingen im Anschluß teilten, zeigt dies doch von einem ausgesprochenen Sports- und Kameradschaftsgeist der Hemminger Feuerwehr.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Feuerwehren aus Hemmingen und Unterriexingen für die Bereitschaft bei unserer Maibaumwette mitzuwirken und bei Herrn Bürgermeister Gerd Spiegel für seine Schiedsrichtertätigkeit. Ebenso gilt unser Dank Frau Judith Chimiak von der Gemeindeverwaltung Schwieberdingen für die Bilder und den Bericht zum diesjährigen Maibaumstellen 2012 und unserem Alterskameraden Manfred Gutscher für die Bilder zur Maibaumwette.

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